Die „Vögel des Glücks“ sind da

Die Kranich-Saison erwartet bis zu 80.000 Vögel in Mecklenburg-Vorpommern

In den Flachwassergebieten zwischen Bodden und Seenplatte von Mecklenburg-Vorpommern rasten bis Anfang November tausende Kraniche. Ungefähr 11.000 Zugvögel werden Anfang Oktober im Müritz-Nationalpark und 50.000 bis 70.000 Kraniche im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft erwartet. Zahlreiche Beobachtungsausflüge bieten Urlaubern und Einheimischen das einzigartige Schauspiel. Im Morgengrauen steigen scharenweise die Kraniche auf und nehmen Kurs auf ihre Nahrungsflächen. In der abendlichen Dämmerung kehren die Vögel zu den Schlafplätzen zurück. Beeindruckend sind die trompetentonartigen Rufe auf den Rastplätzen, die weithin schallen, die keilförmigen Flugformationen und die stolze Eleganz.

Bereits Mitte September zu Beginn der Kranich-Saison vermeldet das Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf bei Stralsund einen großen Zustrom. In der so genannten „Rügen-Bock-Region“ im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft wurden 25.000 Zugvögel registriert. Zu diesem wichtigsten Rastgebiet Mitteleuropas gehören die Inseln Bock und Hiddensee, sowie Bereiche von Zingst und der Ostseeinsel Rügen. Die hohe Anzahl der rastenden Kraniche aus Skandinavien am Schlafplatz Großer Werder wird dem schönen Herbstwetter und der ruhigen Thermik zugeschrieben. Im Müritz-Nationalpark wurden ebenso rund um den Rederangsee zahlreiche Kraniche gesichtet.

Für den Flug Richtung Süden von mehreren tausend Kilometern fressen sich die Vögel in den Nationalpark-Gebieten Mecklenburg/Vorpommerns Kraftreserven an. Vor dem Start zu den Beobachtungsstellen ist in der Müritzregion ein Besuch der Ausstellung des Informationszentrums Groß Mohrdorf ein guter Einstieg in die Thematik Kranich. Bei der Beobachtung der sehr scheuen Vögel sind einige Verhaltensregeln wichtig. Ausreichend Abstand zu den rastenden Vögeln einhalten, hektische Bewegungen und Krach vermeiden, auf Blitzlicht und auffällige Kleidung verzichten sind nur einige Maßnahmen.

„Beobachten ohne zu stören“ ist das Anliegen der Nationalparks. Verschiedene Beobachtungsstationen (z. B. Tankow/Insel Ummanz, Bisdorf und Hohendorf/südliche Boddenküste) können Naturliebhaber vor Sonnenaufgang bzw. –untergang und mitunter tagsüber nutzen. Der Kranich-Rastplatz Pramort (östlicher Teil der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst) kann zum Schutz der Zugvögel z. Z. nur mit Nationalpark-Card (erhältlich Nationalpark-Informationseinrichtung Sundische Wiese) betreten werden.

Im Müritz-Nationalpark geht es mit dem Kranich-Ticket auf Beobachtungstour. Erhältlich sind diese im Nationalpark-Service Müritz in Federow noch bis Ende Oktober. In den frühen Abendstunden sind dann geführte Wanderungen zu den Schlafplätzen rund um den Rederangsee. Informationen können unter www.nationalpark-service.de und telefonisch unter 03 991 - 66 88 49 abgerufen werden.

Ab der Steinmole in Waren (Müritz) startet die Müritzer Flotte bis Ende Oktober mittwochs und samstags zu der dreistündigen Beobachtungstour Richtung Halbinsel „Großer Schwerin“. Informationen dazu bietet die Internetseite www.mueritzer-flotte.de .

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